hochstandführung / high seat tour

Mit arbeiten von:

Isa hager
Thomas kapielski
Jürgen eckloff
Amelie Neumann
Veronika Schneider
Ditterich von Euler-donnersperg
Denial löwenbrück
Sara Lehn
dj puddle & jeandado
Lucie Freynhagen
Bernd Schurer
Hermann bohlen
Alexander Krohn
Lippstueck

 

Das NNOI Festival ist umgeben von Jägerhochständen.
Um unsere Umgebung nicht ohne Besichtigung & Begehung zu lassen, werden wir mit unseren Gästen eine Führung durch den Wald und seine Jägerhochstände machen.
Als Reiseführer konnten wir den renommierten Universalgelehrten & Oberst a.D. Dr. Emil Euler gewinnen (Bruder des bekannten Parteifunktionärs Dr. Kurt Euler).


Prolog - enklaven mausoleum

Der Hobbykeller verlässt elegant das Wohnzimmer, driftet hinab zur Mutter Erde, taucht kurz in der Garage wieder auf & entfaltet seine metabolische Existenz in Kleidungsstücken, Hilfsmitteln, schwer erlernbaren Handlungsabläufen, symbolischen Verständigungsformen & verschwörerischen Verbindungen aus Mensch & Maschine. Hilfsmittel & Rituale dienen der Verschleierung & Erhöhung nihilistischer Vorgänge, die in einem Reigen der Materie Organisches mit Anorganischem verschmelzen lassen. Er ist die einzige real existierende Lebensform & betrachtet er seine Umgebung, so ist er umgeben von parasitären Randerscheinungen, die ihn mahnen, seiner Existenz mit Kraft Ausdruck zu verleihen. In diesem Universum existieren die Dinge als Symbole, als Zugangspforten zu strömender Information. Reize registriert & vermittelt der Hobbykeller mit seiner Haut. Sie umfasst Enklaven, bildet Einschlüsse gesäumt von Konstruktionen fein wandelbarer Architektur, die dem Sog der Metamorphose nicht unnötig widerstehen muss. Weiche Sensoren schwingen & umtanzen sein Herz aus Stahl. Sie bilden den Kern des Getriebes. Nähert man sich einem dieser Posten von außen, so wird man augenblicklich umschlossen vom sprudelnden Luxus einer gepflegten Duschkabine oder der ergonomischen Gestaltung eines Cockpits. Jede Fliese ist durchdrungen vom Geist einer zwingenden Logik & des fürsorglichen Geleits. Sich diesem hemmungslosen Ansturm auszusetzen, bliebe nicht ohne Folge – wenn es möglich wäre! Instinktiv erkennt der Körper des ziellosen Wanderers die bereitete Ackerfurche & gleitet hinein wie die köstlich zubereitete Kohlroulade in den geöffneten Mund. Feine Sinne fügen das Bild, wie die Ringe der Roulade, vor unserem inneren Auge, zu einer Treppe hinauf in die gute Stube. Der Zugang ist gesäumt von sorgfältig drapierten Utensilien, die Dimensionen, Rhythmen & Zyklen ihrer Zunft offenbaren wie die Maserung einer Eiche die klimatischen Bedrängnisse ihrer Vergangenheit. Nähert man sich dem Außenposten von innen, so ist man nicht überrascht, dass das Netz verschlungener Pfade auch den letzten Winkel mit Obhut auskleidet. Eine Form der Teleportation lässt uns an diesen Orten erscheinen & verschwinden. Ein Instinkt tief in uns verborgen, der Raum & Zeit überwindet & den Akt – des Greifens eines Getränkes vom Couchtisch – als eine monumental-epochale Tat erscheinen lässt.